Espressomühle: Test & Vergleich 09/2021

Um den perfekten Espresso zaubern zu können, sind nur die richtige Bohne und die passende Kaffeemaschine notwendig, nicht wahr?

In den meisten Fällen vergisst man aber auf ein sehr wichtiges Utensil: Die Espressomühle. Worauf es bei der Mühle ankommt und wie das perfekte Espressopulver gemahlen wird, zeigt der nachfolgende Artikel.

Die besten Espressomühlen im Test

Espressomühlen gibt es von der günstigen Einsteigervariante bis hin zum professionellen High End Produkt.

Doch was sind die Unterschiede dieser Maschinen und wie sucht man sich die Passende aus? Die folgenden Funktionen waren im Test die wichtigsten Komponenten.

Einsteigermodelle zum guten Preis

Wer auf der Suche nach einem Einsteigermodell ist, sollte sich nach Geräten mit gutem Preis-Leistungsverhältnis umsehen.

Gute Maschinen haben sehr ähnliche Funktionen wie die Geräte im oberen Preissegment, nur etwas eingeschränkter.

Die meisten haben um die 40 Mahlstufen, jedoch sind nur wenige für Espresso passend. Die Kegelwerke bestehen meistens aus Stahl und haargenaue Feineinstellungen sind nicht möglich.

Die Einstellung für den Mahlgrad funktioniert dafür sehr einfach und dieser Allrounder hat auch die passenden Einstellungen für Filterkaffee parat.

Eine einfache Bedienung und ein leises Mahlwerk zeichnen diese Kaffeemühlen aus. Die Mahlwerke drehen sich langsam und erhitzen nicht schnell, was eine schonende Zubereitung der Kaffeebohnen garantiert.

Auch sind diese Maschinen mit einem Drehrad ausgestattet und man kann sehr einfach den gewünschten Mahlgrad einstellen.

Viele dieser Espressomühlen konnten im Test mit elegantem Design und innovativer Technik überzeugen. Bei guter Pflege halten sie lange und produzieren gutes Kaffeemehl.

Espressomühlen im mittleren Preissegment für Heim-Barista

Die Espressomühle im mittleren Preissegment hat im Test gezeigt, dass nicht nur ein Keramikmahlwerk überzeugen kann. Auch die Edelstahlscheiben vieler dieser Geräte erzeugen ein gleichmäßig gemahlenes Kaffeemehl.

In dieser Kategorie sind die meisten Mühlen mit einer Silent Technology ausgestattet, welche die Maschine besonders leise machen.

Die Mahlwerke sind oft so verbaut, dass sie auch starker Belastung standhalten und sehr langlebig sind.

Der Mahlgrad lässt sich leicht anpassen, so ist Kaffeemehl für Filterkaffee oder Espresso kein Problem. Die Konsistenz ist gleichbleibend, was sich besonders gut für einen Espresso eignet.

Neben den guten Mahlwerken sind diese Maschinen mit bedienungsfreundlicher und hilfreicher Technik ausgestattet. So lassen sich nicht nur der Mahlgrad, sondern auch die Portionsgröße ganz einfach digital umstellen.

Bestimmte Modelle können auch gleich zwei Portionsgrößen einstellen. Außerdem sind sie robust verarbeitet und bei guter Pflege ein langjähriger Begleiter.

Profi-Maschinen für hohe Ansprüche

High-End Espressomühlen, die auch im Test immer wieder gut abschneiden, zeichnen sich durch hohe Funktionalität, Langlebigkeit und hervorragende Qualität beim Mahlen aus. Viele dieser Geräte sieht man auch im professionellen Einsatz in der Gastronomie.

Viele dieser Profi-Maschinen beinhalten ein hitzebeständiges Keramikmahlwerk. Zudem besitzt ein solches Gerät eine Timerfunktion, was ein sehr gutes Mahlergebnis bewirkt und bei alltäglicher Nutzung zu einem gleichmäßigen Geschmackserlebnis führt.

Diese Geräte weisen eine spezielle Bauweise der Mahlwerke auf, sodass kaum Kaffeemehl vom vorherigen Mahlgang hängen bleibt. So kann es die nächste Tasse nicht negativ beeinflussen.

Mikro- und Makroeinstellungen machen die Einstellung von über 260 Mahlgraden möglich. Wer seine Kaffeebohnen häufig wechselt, kann auch die Einstellungen dazu im Handumdrehen mitverändern.

Besonders professionelle Mühlen haben einem intuitiven Touch-Display, um die Anwendung noch einfacher zu machen.

Ein Dosierer ist teilweise erhältlich und macht das Abwiegen der Menge wesentlich einfacher. Doch sollte man die Wiegefunktion dieser Geräten genau unter die Lupe nehmen.

Wem es wichtig ist, dass sie nicht nur für den Pulverbehälter funktioniert, sondern auch für den Siebträger, kann hier darauf achten.

Diese Geräte sind mit ihrer Qualität im Test beinahe unschlagbar und eine wundervolle Ergänzung in der privaten Barista-Küche.

Wieso ist eine Espressomühle wichtig?

Damit ein Espresso wie vom Barista in der Tasse landet, muss man noch lange vor der Maschine, dem Druck oder gar der Kaffeeart über die Mühle sprechen.

Dabei ist zu beachten, dass eine Kaffeemühle und eine Espressomühle nicht das Gleiche sind. Eine Espressomühle hat viel feinere Abstufungen des Mahlgrades als eine gewöhnliche Mühle.

Der Kaffee muss in der Mühle gleichmäßig gemahlen werden. Das Kaffeepulver muss genau die richtige Konsistenz aufweisen, damit der Kaffee nicht über- oder unterextrahiert wird.

Bei einer Überextraktion schmeckt der Kaffee bitter und wenn zu wenig extrahiert wurde, fließt das Wasser zu schnell durch das Pulver durch und ist wässrig.

Aber selbst die beste Espressomühle der Welt schafft es nicht, jedes Kaffeepartikel gleichmäßig klein zu mahlen. Im Grunde ist das aber auch gut so. Unterschiedlich große Partikel im Kaffeepulver bilden kleine Nuancen im Geschmack des Kaffees und geben dem Espresso Charakter.

Woran erkennt man eine gute Espressomühle?

Die Qualität des Mahlgutes ist natürlich das Wichtigste. Das Pulver sollte gleichmäßig sein aber auch nicht aus Feinstaub bestehen.

Denn dieser gibt bei der Berührung mit heißem Wasser sofort Bitterstoffe ab. Außerdem ist eine große Auswahl an Mahlgraden ein gutes Zeichen dafür, dass man eine qualitativ hochwertige Mühle in der Hand hat.

Zudem sollte auch das Gewicht passen. Der Test hat ergeben, dass eine gute Espressomühle recht schwer ist und somit für gute Qualität steht.

Welche Arten von Espressomühlen gibt es?

Das Herzstück einer guten Espressomühle ist das Mahlwerk. Die Qualität dieser Werke bestimmten später auch die Qualität des Mahlguts und somit auch die des Kaffees. Es gibt dabei verschiedene Bauarten eines solchen Mahlwerks.

  • Scheibenmahlwerke
  • Kegelmahlwerke
  • Schlagmahlwerke
  • Hybridmahlwerke
  • Walzenmahlwerke

Scheibenmahlwerk

Diese Art des Mahlwerks ist zurzeit eines, das sehr beliebt und häufig in einer Espressomühle zu finden ist.

Zwei Mahlscheiben, die nach innen gebogen sind, verarbeiten die Bohnen zu Pulver. Eine der Scheiben steht fest, die andere wird von einem Motor angetrieben.

Auf der Innenseite ist der Abstand größer, denn hier gilt es die Bohne aufzubrechen und dann weiter nach außen zu transportieren.

Der Abstand auf der Außenseite ist kleiner, da die Scheiben enger aneinander liegen, so wird die Kaffeebohne fein gemahlen. Um den Mahlgrad zu verändern, ist es nötig, die Außen- und Innenabstände der Scheiben anzupassen.

Kegelmahlwerken

Andere Espressomühlen mahlen die Bohnen über ein Kegelmahlwerk. Der Abstand zwischen Kegel und Wand verringert sich nach unten hin immer mehr und mahlt die Bohne immer feiner.

Möchte man den Mahlgrad verändern, verringert man den Abstand zwischen Kegel und Wand. Das gemahlene Kaffeepulver fällt dann unten hin ab und ein Behälter fängt das Pulver auf.

Schlagmahlwerken

Das Schlagmahlwerk ist eine jüngere Funktion, die man erst vor Jahren in verschiedenen Kaffeemühlen verbaute.

Dabei zerschlägt ein kleiner Propeller das Mahlgut. Das Ergebnis ist ein ungleichmäßiges und nicht besonders feines Mahlgut. Dieses Mahlwerk findet man heute noch häufig in verschiedenen Kaffeemühlen, es ist aber für Espresso völlig ungeeignet.

Hybridmahlwerke

Diese Art von Mahlwerk sieht man nicht so oft. Es ist eine Kombination aus Kegel- und Scheibenmahlwerk und die beiden kommen oft hintereinander zum Einsatz.

Diese Technik bricht die Kaffeebohnen zuerst grob auf und mahlt sie danach sehr fein. Die Mahlung ist gleichbleibend und vor allem sehr schonend. Espressomühlen mit diesem Mahlwerk sind jedoch relativ selten.

Walzenmahlwerke

Manche kennen diese Art von Mahlwerk auch unter dem Namen „Langsammahlwerk“. Es besteht aus zwei gerillten Walzen, die langsam und beständig die Kaffeebohne mahlen.

Sie zerreiben die Bohne nicht direkt, sondern zerdrücken sie. Die Walzen haben oft unterschiedliche Größen und arbeiten nicht mit derselben Geschwindigkeit.

Diese Art Kaffee zu mahlen ist ziemlich teuer und in privaten Haushalten so gut wie nicht zu sehen. Das Walzenmahlwerk bietet nämlich die schonendste Zubereitung von Kaffee an.

Die Aromen bleiben so bestmöglich erhalten. In sehr großen Anlagen kommen teilweise zwei bis drei Walzenpaare zum Einsatz, um die verschiedenen Mahlstufen zu erreichen.

Es ist nötig, diese Walzen zu kühlen, um eine bestimmte Geschwindigkeit und Durchsatzmenge im Dauerbetrieb beibehalten zu können.

Welche Espressomühle ist die Beste?

Natürlich stellt sich die entscheidende Frage, welches Mahlwerk nun am besten ist? Hier gilt es auf die Wärmeentwicklung zu achten.

Erhitzen die Bohnen bei diesem Vorgang zu stark, dann verbrennt ein Teil der Kaffeeöle und der Espresso nimmt einen bitteren bis leicht verbrannten Geschmack an.

Kegelmahlwerke haben den Vorteil, dass die Mahlwerke durch die geringe Drehzahl nicht so stark erhitzen und den Kaffee schonend zubereiten.

Selbst der Test kann die Frage nach der besten Espressomühle nicht pauschal beantworten. Es gibt eine einfache Regel, auf die man achten kann, wenn man eine neue Espressomühle kaufen will: Die Mühlen sollten eine geringe Drehzahl besitzen und Scheibenmahlwerke sollten im Verhältnis zu den Kegelvarianten einen größeren Durchmesser besitzen.

Stahl oder Keramik - Was ist besser?

Das Material der Mahlwerke ist ein weiteres wichtiges Merkmal. Es gibt welche aus Keramik und welche aus Stahl, beide haben ihre Vorteile.

Die Mahlwerke aus Keramik erhitzen nicht so schnell und nutzen sich langsamer ab. Diese Profi-Geräte sieht man oft in Kaffeehäusern.

Da die meisten privaten Haushalte nicht 100 Tassen Kaffee am Tag trinken, können sie auch von den scharfen Kanten des Stahls profitieren.

Selbst bei häufiger und intensiver Nutzung wird man sie erst nach guten fünf Jahren austauschen müssen. Der Test hat ergeben: Je schärfer die Kanten, desto feiner und gleichmäßiger das Kaffeemehl.

So gelingt das beste Espressopulver

Für Espressopulver eignen sich die beiden Kaffeesorten Arabica und Robusta am besten. Das Verhältnis kann immer etwas unterschiedlich sein, doch ist meistens der Anteil an Arabica Bohnen höher.

Es entsteht mehr Crema und die feinen Nuancen kommen besser hervor. Der Koffeingehalt bleibt dafür etwas geringer.

Die Robustabohne gibt dafür den herben Geschmack dazu, welcher die perfekte Ergänzung zum feinen, milden Arabica-Aroma ist.

Um das perfekte Pulver zu erhalten, ist es besser, frische Bohnen zu verwenden. Die Bohnen sollten daher nicht älter als eine Woche sein, damit sie als frisch durchgehen. Eine Rösterei oder Handwerksröster kann hier der richtige Ansprechpartner sein.

Die Espressomühle für den ersten Kaffee bereit machen

Nach der ersten Reinigung sollte man die Maschine auf den ersten Espresso-Mahlgang vorbereiten.

Um die leere Espressomühle in Betrieb zu nehmen, muss man einen feinen Mahlgrad einstellen. Die Scheiben des Mahlwerkes sollten dabei ein leicht klirrendes Geräusch erzeugen, wenn sie zu mahlen beginnen. Der Mahlgrad lässt sich gröber einstellen, um das Geräusch verschwinden zu lassen.

Danach schaltet man die Espressomühle aus und gibt die gewünschte Bohnenmenge dazu. Man sollte darauf achten, nicht zu viel in die Mühle zu füllen, denn nur gut sieben Gramm gemahlene Bohnen kommen für einen Espresso in den Siebträger.

Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wie viele Bohnen man für die gewünschte Menge Kaffeepulver benötigt.

Die Kaffeebohnen sollten nicht zu grob gemahlen sein und auch eine zu niedrige Brühtemperatur kann die Qualität des Kaffees beeinflussen.

Läuft das Wasser zu lange durch den Siebträger, kann bei fein gemahlenem Pulver der Espresso schnell sauer und bitter schmecken. Die Wassermenge ist ein wichtiger Punkt. Durch zu viel Wasser verliert der Espresso sein angenehm kräftiges Aroma.

Mahlstufen

Die Espressomühle sollte zudem auch eine hohe Anzahl an Mahlstufen besitzen. Somit ist man flexibler, wenn es um die Zubereitung des Kaffees geht und die verschiedenen Aromen und Nuancen können sich im Geschmack besser entfalten.

Die meisten Geräte haben ein stufenloses Mahlwerk, es gibt beinahe unendlich viele Möglichkeiten, den Espresso auf die perfekte Stufe zu bringen. Man kann Mahlgrad und Brühzeit aufeinander abstimmen.

Wer die Bohne häufig wechselt, muss auch den Mahlgrad anpassen und sollte auf eine Aufteilung in Makro- und Mikroeinstellungen achten. Die genauen Einstellungen sind so nachvollziehbarer und lassen sich leicht wieder herstellen.

Spezial-Funktion Timer - Wie nützlich ist er?

Viele moderne Espressomühlen besitzen einiges an Spezialfunktionen, über die sich möglicherweise diskutieren lässt. Doch einer der wichtigsten, gerne auch als die unverzichtbare Funktion bezeichnet, ist der Timer.

Wenn der optimale Mahlgrad in der Espressomühle feststeht, kann man mit einem automatischen Timer auch die Zeit des Mahlvorgangs bestimmen.

So erhält man nach jedem Vorgang immer die gleiche Menge für den optimalen Kaffeegenuss. Im Test konnte diese Funktion die Konsistenz des Mahlguts positiv beeinflussen.

Es kommt natürlich stark auf die Bohne an, aber bereits geringe Abweichungen beim Durchfluss der Espressomaschine können den Geschmack deutlich verändern. Gleichbleibende Mahlgeschwindigkeit ergibt einen gleichmäßigen Geschmack beim Espresso.

Die Espressomühle reinigen

Um immer gleichbleibende Mahlergebnisse zu erreichen, ist es wichtig, die Mühle regelmäßig und richtig zu reinigen.

Es empfiehlt sich daher, die Espressomühle alle 14 Tage zu reinigen und gründlich sauber zu machen. Die Öle, die beim Mahlen der Bohne heraustreten, können auf längere Zeit die Mahlwerke verkleben.

Werden diese Rückstände nicht immer wieder entfernt, können sie so verhärten, dass die Mühle gar nicht mehr sauber wird. Wie die Espressomühle richtig zu reinigen ist, kann man beim Herstellerbeiblatt nachlesen. Man sollte die Maschine nicht anders säubern, als dort angegeben.